VfB Forchheim 1861 e.V.

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26.09.2005
Vorschau Bezirksoberliga Ostbayern Frauen
HSG Pyrbaum peilt mit sechs Neuen die Meisterschaft an

Schnitt in Weiden / Torwart-Probleme in Diepersdorf und Röthenbach / Wackersdorfs Frauen „ohne Rückraum“

Von Gerhard Winkler, Mittelbayerische Zeitung

Nach jahrelangem Abwärtstrend zeigt die Kurve von Ex-Regionalligist HSG Pyrbaum/Seligenporten wieder nach oben. In der Bezirksoberliga Ostbayern peilen die Frauen die Meisterschaft an. Neu in der Liga ist Landesliga-Absteiger HC Weiden, an dessen Stelle jetzt Vorjahres-Champ HC Sulzbach spielt.

Verlassen haben die BOL in Richtung Bezirksliga die beiden Absteiger FC Schwarzenfeld und HC 97 Städtedreieck. Dafür haben sich die HSG Erlangen/Niederlindach und der TV Wackersdorf nach oben gearbeitet.

HSG Pyrbaum/Seligenporten (Vorjahr: 3., 24:12 Punkte): Den „Aufstieg“ hat sich das Trainerduo Helga Müller (37)/Ilona Hopf (39) vorgenommen. „Wir haben gut trainiert, mal sehen, wie's läuft“, ist Müller optimistisch, dass der 16er-Kader am Ende des zweiten BOL-Jahres wieder in die Landesliga zurückkehrt. Vorübergehend (Babypause) muss Müller auf Torfrau Andrea Reif (frühere Kupfer) verzichten, dafür stehen auf der Habenseite gleich sechs Neue: Verena Götz (Rückraum Mitte, A-Jugend 1. FC Nürnberg), Rekonvaleszentin Janine Rau (Kreis) sowie die A-Jugendlichen Sabine Häusler (Rückraum links und rechts), Corinna Rackl (Linksaußen), Nadine Brunsch (LA, RA) und Kerstin Manner (Tor).

SpVgg Diepersdorf
(6., 17:19): „Mit der kompletten Mannschaft wäre Platz eins bis drei drin“, meint der neue Coach Uli Wendler (38) mit Blick auf die vakante Torwart-Position. „Wir werden eine Feldspielerin reinstellen müssen.“ Ramona Perl und Christina Kohler teilen sich die undankbar Aufgabe. In die Bredouille kommt die SpVgg, weil Janine Wiesend künftig in Winkelhaid zwischen den Pfosten steht und sich Merita Morina einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Da aber die Vorbereitung „ganz gut läuft – der Trainer ist willig, die Mannschaft ist willig“ (Wendler), geht die Integration von sechs (!) A-Jugendlichen gut voran.

SG DJK/SC Regensburg (5., 20:16): Gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlug der Vorjahres-Fünfte mit der Verpflichtung von Übungsleiter Mattias Steinert (30): Der hat schon fünf Jahre als sportlich Verantwortlicher auf dem Buckel, zuletzt zwei Jahre als „Co.“ von Zweitligaabsteiger ESV 27 Regensburg. Mit Steinert, der als Landesliga-bewährter Kreisläufer auch noch die II. Herren-Mannschaft in der BOL unterstützt, fand mit Allrounderin Martina Rank ein „Hochkaräter“ vom ESV zum Heimatverein zurück! Neben Co-Trainerin Doris Mühl sind Halblinks Jana Rößler (TSV Neustadt/Sebnitz) sowie die von der zweiten Mannschaft hochgezogenen Caroline Vogl (Tor) und Manuela Wanninger (RL) neu. „Alle wollen und ziehen total mit“, ist Steinert („Wir wollen ins vordere Drittel“) begeistert von seiner 12er-Crew. „Ich habe auf jeder Position zwei Spielerinnen, da ist der Konkurrenzkampf groß – jede will spielen!“

HC Weiden (Absteiger): Einen totalen Schnitt gab's in der Nordoberpfalz: Trainer Klaus Ament heuerte als B-Jugendcoach bei HaSpo Bayreuth an und im Schatten des HC wurde mit der DJK ein zweiter Weidener Handballverein gegründet. Auf der Strecke geblieben ist praktisch die „Erste Sieben“: Torfrau Andrea Rockefeller beendete ihre Karriere, das Trio Sedlackova/Vozubuloba/Liskova ging nach Tschechien zurück, Wurfmaschine Maria Schlosser wechselte zu Landesligist RT/HG Regensburg und studiumsbedingt fehlen Kreisläuferin Maria Dirnberger sowie Außen Julia Messner. Wie die Jungfrau zum Kinde kam, so wurde Harry Reitbauer (44) Ament-Nachfolger: „Ich bin kurzfristig in die Geschichte reingekommen – keiner im Verein wollte das machen.“ Reitbauer („Wichtig ist, dass am Anfang nicht so viel schief läuft und wir unten rein rutschen“) stehen 14 Akteure zur Verfügung.

TSV Röthenbach (2., 30:6): „Ich glaube, dass wird heuer um die Meisterschaft eine offene Geschichte“, vermutet Wolfgang Scharnowell (46) im Gegensatz zum (vergeblichen) Zweikampf letzte Saison mit Sulzbach. Die fränkische Trainer-Institution ist sich sicher, „wenn wir keine Verletzten haben, spielen wir vorne mit!“ – und das ohne gelernte Torfrau und einer schmalen Zehner-Crew. Da Keeper Linda Wollmann nicht mehr zur Disposition steht, springen Nicole Winter und Melanie Pirner in die Bresche („Damit kann ich gut leben“, Scharnowell). Eine Riesenlücke hinterlässt Halblinks Andrea Kniess, die verletzungsbedingt die Schuhe an den Nagel hängt.

VfB Forchheim
(4., 22:14): „Der komplette linke Rückraum ist weggefallen – letztes Jahr hatten wir einen höheren Anspruch“, rechtfertigt Coach Georg Weymann (41) die Prognose „zunächst mal einen Mittelplatz. Wir müssen schauen, dass wir drinnen bleiben“. Besagte Lücke haben Chrissie Brandl (RL, Studium) sowie die Schwestern Nicole (RL, Beruf) und Ivonne Seeler (RM, Karriereende) hinterlassen. Wenigstens sind Elena Ardanova (RM, Außen, Werratal) und die A-Jugendliche Linda Vesely dazu gestoßen.

SV Buckenhofen (8., 13:23): „Wir sind erfahrener geworden, darauf lässt sich aufbauen“, erklärt Siegbert Bauer (37), um wie im Vorjahr als Neuling den „Klassenerhalt“ unter Dach und Fach zu bringen. Allerdings hat der Übungsleiter jetzt die Wahl unter 15 Akteuren. Sabine Glöckl (RM, Kreis) hat ihre Babypause beendet und von der benachbarten SpVgg Heroldsbach kam ein Quartett: Pia Weitzenfelder (RL), Kathrin Sieber (RM), Tina Glassl (RR) und Rebecca Meyer.

TV Altdorf (7., 14:22): „Der fünfte Platz ist schon drin“, findet Trainer Laszlo Ulcz (50). Wichtig ist, wie die drei A-Jugendlichen (Annika und Sonja Rosen, Pina Reizhesnefer) aus Winkelhaid einschlagen und ob Pamela Holzinger nach ihrer Babypause im Oktober wieder angreift. Mit dem Quartett hat Ulcz einen 14er-Kader.

HSG Erlangen/Niederlindach (Neuling): Trotz eines 2:6-Punkte-Startes in der Bezirksliga gelang der HSG noch der Aufstieg. „Die Mädels haben dafür gearbeitet und wollen auch in den Genuss kommen“, begründet Erfolgstrainer Thomas Marenbach (42) das in Anspruch genommen Aufstiegsrecht. Allerdings sieht sich Marenbach nach vier Jahren, in denen zwei Aufstiege gelangen, nur noch als „Notnagel, bis der Verein eine andere Lösung gefunden hat.“ Hinter den Kulissen geht's scheinbar um den finanziellen Aufwand: „Zuerst wollten alle den Aufstieg, jetzt will keiner dafür zahlen“, klagt Marenbach und verweist z. B. „auf die Fahrtkosten.“ Vom Potential seiner Elf Akteure umfassenden Mannschaft ist Marenbach überzeugt: „Ein ausgeglichenes Punktverhältnis ist möglich!“

TV Wackersdorf (N): „Zwischen Bezirksliga und der BOL liegen Welten – wir müssen uns reinkrallen“, betont der in die vierte Saison gehende TV-Coach Udo Ziegler (52) und fordert: „Wir müssen zwei Mannschaften hinter uns lassen!“ Nach dem Meisterstück in der Bezirksliga wurde über das Aufstiegsrecht „zuerst diskutiert. Die Jungen wollen wissen auf welchem Level sie stehen“, berichtet Ziegler. Zur 14er-Crew gehört auch Nicole Trost (zuletzt TV Holzheim) – „Die hat alles“, schwärmt Ziegler von seiner Regionalliga-erfahrenen Torfrau, „ein starkes Stellungsspiel und ein gutes Auge.“ Zudem hat Keeperin Nicole Neidl ihre Babypause beendet. Dafür brennt's anderswo: „Wir haben keinen Rückraum“, klagt Ziegler über die fehlende Körpergröße, „wir müssen uns viele Tore über Außen und Spielzüge erarbeiten.“