VfB Forchheim 1861 e.V.

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26.10.2005
Bezirksoberliga Ostbayern Frauen, 4. Spieltag
SG Regensburg lässt sich von der Spitze nicht blenden

Röthenbachs Defensiv-Taktik greift in Pyrbaum / Wackersdorf „tut’s richtig gut“ / VfB Forchheim "muss immer erst vier kassieren"

Von Gerhard Winkler, Mittelbayerische Zeitung

Führungswechsel bei den Damen! Weil sich BOL-Leader HSG Pyrbaum/Seligenporten vom TSV Röthenbach 17:22 in eigener Halle überrumpeln ließ, übernahm die SG DJK/SC Regensburg (18:14 gegen HC Weiden) die Tabellenführung. In den hinter Gefilden ließ der TV Wackersdorf aufhorchen – in Diepersdorf holte sich der Neuling mit 15:13 den ersten Saisonsieg.

VfB Forchheim – TV Altdorf 22:19 (9:11).
„Wir müssen erst mal vier Stück kassieren, dass wir in die Gänge kommen“, meinte VfB-Betreuer Robert Seeler süffisant zum 0:4-Start (8.). In der Offensive war Forchheim „viel zu hektisch – haben uns auf Diskussionen mit den Schiris eingelassen und hatten viel Unruhe innerhalb der Mannschaft“, rügte Seeler den Auftritt in der ersten Hälfte (1:5, 6:6, 8:10). In der Pause „hat der Trainer der Mannschaft den Kopf gewaschen“, berichtete Seeler. „Um sich endlich auf das zu konzentrieren, was Sache ist: Das Spiel!“ Plötzlich klappten die Spielzüge und so wurde Tor (12:13, 14:14) um Tor (18:16, 21:19) herausgespielt, während Altdorf wie gewohnt „den Ball lange hielt und auf den Fehler des Gegners wartete“, so Seeler. Tore: Rascher 8, Voit 5, Ardanova 4/1, Weber 4/2, Radina – Vetter 8/4, G. Pohl 4, Holzinger 3, Reitelshofer 2, Stefan, Gahlert.

SG DJK/SC Regensburg – HC Weiden 18:14 (9:6).
Trotz des errungenen „Platz an der Sonne“ ließ sich Matthias Steinert nicht blenden: „Das war ein Spiel auf sehr niedrigem BOL-Niveau“, kritisierte der SG-Übungsleiter. Dazu kam noch „der fahrlässige Umgang mit den Chancen – wir haben acht ‚Freistehende’ vergeben.“ Auch ein Verdienst der besten Spielerin auf dem Parkett: Weidens Barbara Fichtl. Die Torfrau machte auch noch sechs Strafwürfe unschädlich (2:4, 5:5, 9:6). Einigermaßen rund lief es für Regensburg bei der „zweiten Welle“ (12:6, 14:9), während der HC nur nach langen Ballpassagen traf (17:10, 18:14). Tore: Brenner 4, Ottenbreit 4/3, Rank, Schober je 3, Magerl 2, Schaffelhuber, Wanninger – Häring 5/3, Höfer 3/1, Eichinger, Liebl, Kukas je 2.

SpVgg Diepersdorf – TV Wackersdorf 13:15 (9:6).
In Diepersdorf hat die Heimpleite solche Spuren hinterlassen, dass gleich die Pressearbeit lahm gelegt wurde. Dabei steuerte die SpVgg zunächst (5:1, 7:2) dem eingeplanten Sieg entgegen. „Wir haben die gegnerische Torfrau warm geworfen oder gleich daneben“, rügte der später überglückliche („Der Sieg tut uns richtig gut!“) TV-Coach Udo Ziegler. Dazu kamen noch viele technische Fehler – Wackersdorfs Kampfgeist stimmte jedoch von Beginn an. Als nach dem Wechsel Diepersdorf Angreiferinnen früher attackiert wurden, wendete sich das Blatt (9:10, 11:12, 13:13). Selbst die kurze Deckung gegen Mittelfrau Uschi Simbeck warf den Neuling nicht aus der Bahn. Keeperin Nicole Trost war auch noch da: „Die hat die Distanzwürfe sicher runtergefangen“, staunte Ziegler. „Sie hat den Diepersdorfer Rückraum genervt – das tut schon weh.“ Tore: Schneider 8/1, Ponath 2, Fahsl, Lang, Pernet – Neidl 6, Simbeck 3, Grasser, Gerlach je 2, Nirschl 2/2.

HSG Erlangen/Niederlindach – SV Buckenhofen 16:20 (5:9).
„In der ersten Halbzeit haben wir zu drucklos gespielt“, monierte HSG-Übungsleiter Thomas Marenbach. „Ohne zwingende Aktionen – das war ziemlich enttäuschend.“ Während Erlangen den Ball selten Richtung gegnerischen Tor beförderte, waren die Gäste per Konter wesentlich erfolgreicher (1:0, 2:6, 5:7, 5:9). Mit „mehr Biss haben wir dann in der zweiten Halbzeit es richtig gemacht“, berichtete Marenbach von einer größeren Durchschlagskraft seiner Crew (7:13, 14:15). Allerdings ließ sich der SV auch von einer vorübergehenden kurzen Deckung nicht aus dem Rhythmus bringen (14:17, 16:18, 16:20). Tore: Kuschert, Post je 4, Willert 4/3, Zenkl 2, Gumbrecht, Peters – Messingschlager 6/2, Gumbmann 4/3, Mergner 3, Schnell, Bonengel, Glassl je 2, Meyer.

HSG Pyrbaum/Seligenporten – TSV Röthenbach 17:22 (5:7).
Röthenbachs Defensiv-Taktik mit offensiven Außen ging im ersten Abschnitt (1:2, 3:4, 4:7) auf: „Wir haben kein Mittel dagegen gefunden“, haderte HSG-Trainerin Helga Müller. Erst als sich die Rückraum-Akteure wesentlich mehr bewegten, fand Pyrbaum den Weg zum gegnerischen Tor (5:8, 8:10, 10:12). Nun zwickte es am eigenen Kreis (13:15, 15:17, 16:20), da „jede bei uns mal einen Aussetzer hatte“, stöhnte Müller. Weitere Hypothek für den gestürzten Tabellenführer: Während der TSV alle Strafwürfe verwertete, versemmelte man deren drei. Tore: Kätzl 5/1, Schmidt 3/1, Härtl, Pfeifer je 2, V. Götz 2/1, Nunner, Schlierf, C. Götz – Odörfer 9/6, Kohl 6/2, Riedelberger 5, Kraus.